Der Wert der Bilateralen für… die Werkzeugindustrie
Von
Progresuisse
am 17. März 2026
Gespräch mit Thomas Nägelin, CEO FRAISA SA
Sie leiten die FRAISA Gruppe, ein Unternehmen, das Werkzeuge für die Metallzerspanung – unter anderem Hochleistungsfräser – herstellt. Welche sind Ihre wichtigsten internationalen Märkte?
Wir vertreiben unsere Produkte weltweit über unsere eigenen Vertriebsniederlassungen in den jeweiligen Ländern, wobei wir rund 85 % unseres Umsatzes in Europa erzielen. Unsere grössten Märkte sind Deutschland, Frankreich, die Schweiz und Italien. Aber auch in den USA sowie in China haben wir eigene Vertriebsniederlassungen, verantwortlich für die restlichen 15 % des Umsatzes. Wir leben also vom Export unserer Produkte und Dienstleistungen nach Europa und unsere Arbeitsplätze in der Schweiz sind davon abhängig.
Die Bilateralen III zielen insbesondere auf die Stabilisierung des bilateralen Wegs und den Zugang zum Binnenmarkt ab. Welche Bedeutung haben diese Abkommen für die FRAISA?
Der freie Handel und der Zugriff auf die europäischen Märkte ist im heutigen, unsicheren globalen Umfeld noch wichtiger geworden. Die EU funktioniert glücklicherweise regelbasiert. Dabei wird ihr immer wieder vorgeworfen, dass sie zu bürokratisch sein und zu langsam auf Veränderungen reagieren würde. Aber dafür schaffte die EU Einheitlichkeit und Sicherheit in den europäischen Märkten. Der Wohlstand hat in allen Regionen zugenommen und das führt zu einem höheren Konsum. Das ist ein Umfeld, in dem Unternehmen vor Ort gerne investieren und dazu unsere Werkzeuge kaufen. Davon haben wir in der Schweiz in den letzten Jahren massiv profitiert. Wir sollten uns deshalb nicht abschotten, sondern den bilateralen Weg mit der EU vertiefen und die Zusammenarbeit den vorliegenden Verträgen auf sichere Füsse stellen. Das sichert unserer Schweizer Industrie eine erfolgreiche Zukunft.
Was erwarten Sie als Wirtschaftsvertreter von den politischen Entscheidungsträgern und insbesondere vom Parlament, das sich demnächst mit dem Abkommenspaket befassen wird?
Ich erwarte, dass die Volksvertreter sich mit den Fakten befassen und nach sauberen Analysen der Verträge auch differenziert Stellung beziehen. Das Volk verdient es, gut informiert zu werden, und es ist auch wichtig, dass wir die Ängste beim Namen nennen und diese auch besprechen. Die Zusammenarbeit wurde in den vorliegenden Verträgen festgehalten und es ist bei Verträgen immer so, dass die Vor- und Nachteile der Zusammenarbeit ausgewogen gestaltet sein müssen. Bei jedem Vertrag müssen beide Seiten von der Zusammenarbeit profitieren können. Und so erwarte ich von den Volksvertretern, dass sie sich nicht nur auf die Risiken konzentrieren, sondern auch Chancen ausgewogen debattieren.


